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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Hamburger Eindrücke

Da ist man mal in Hamburg — und fotografiert so gut wie gar nicht draußen. Hat aber einen einfachen Grund: Das Wetter in den vergangenen zwei Wochen war nicht mal für Hamburger Verhältnisse gut, es regnete beinahe am Stück und das Licht war auch nicht so, als dass man gut was machen hätte können. Und ehrlich gesagt: Die Aufnahmen draußen sind nachbearbeitet. Ging nicht anders.

Das hat mich wenigstens dazu gebracht, mir Sachen anzuschauen, die so gar nicht typisch touristisch sind, aber trotzdem Kleinode, die mir einfach gut gefallen haben. Das Gewürz-Museum beispielsweise, ein Afghanistan-Museum und einen Hafen-Basar, lauter Dinge, die kein Mensch braucht, aber die dennoch so sonst nirgends zu sehen sind. Das ist das Tolle, wenn man mal Zeit hat.

Nächste Woche auf dem Plan: das Beatles-Museum (5 Stockwerke!!).

Und morgen abend, ich hoffe mal: Paul. Whispring words of wisdom.

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14 Tage

Erste Etappe: Berlin –Bayern.

Es ist ja schon ein wenig merkwürdig: Normalerweise freue ich mich jedesmal, wenn ich von irgendeinem längeren Trip zurückkomme, insbesondere, wenn es aus Berlin ist und dann wieder Richtung Niederbayern geht. Anders dieses Mal. Nicht, dass ich plötzlich das Gefühl hatte, in Berlin leben zu wollen.  Aber schon beim Landeanflug auf München kam mir mein Bayern plötzlich so furchtbar beschaulich und langweilig vor, was sich vielleicht damit erklärt, dass Berlin meistens ziemlich pulsierend ist, wenn dort ein Riesenevent wie eine Weltmeisterschaft läuft, dann umso mehr. Mit Schönheit muss man das nicht verwechseln, man schaut sich das dennoch an. Gut, man schaut sich vielleicht auch mal überfahrene Tiere an. So in etwa. Es ist also eine Art morbide Faszination, die Berlin ausstrahlt. Kann aber auch sein, dass diese neue Sichtweise auf Berlin damit zusammenhängt, dass ich in viele Ecken Berlins gekommen bin, die ich vorher noch nicht so sah. Früher, als ich noch sehr regelmäßig dort arbeitete, habe ich nur die Berliner Glamourfassade gesehen. Friedrichstraße, Gendarmenmarkt, teure Hotels, teure Läden, halb-mondäne Partys. Diesmal lag der Straßenstrich mit irgendwelchen Drogenmädchen ein paar hundert Meter weg von unserem Hotel, was überhaupt nichts gegen das Hotel heißt. Was in München ein Ausweis dafür wäre, dass das Hotel in übler Lage liegt, ist in Berlin stinknormal. Im Gegenteil: Nahe beim Drogenstrich kann man auch als Synonym verwenden für – sehr zentral. Jedenfalls war das Berlin, das ich jetzt zu sehen bekommen habe, weitaus echter als mein früherer Eindruck. Arm in jedem Fall, sexy…naja. Faszinierend, auf seine Art.

Zurück in Niederbayern kommt mir das alles erst einmal ziemlich provinziell vor (was es ja auch ist). Das hat mich nie gestört, eher fand ich das charmant. Dieses Mal nervt es mich und ich befürchte, meine Mitmenschen bemerken das auch. Irgendwie beängstigend. Als ich das letzte Mal den Eindruck hatte, nicht mehr in meine Umgebung zu passen (oder sie nicht mehr zu mir, wie man es nimmt) stand danach kaum mehr ein Stein auf dem anderen. Vielleicht hat es etwas mit dem Alter zu tun, vielleicht hat sich manches auch einfach nur abgenutzt, jedenfalls bin ich froh, nicht bleiben zu müssen, sondern sofort den nächsten Kontrast zu bekommen: Venetien, erwiesenermaßen (oder zumindest für mich) einer der schönsten Plätze der Welt. Vielleicht gerade deswegen, weil er in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich an Touristenströmen eingebüßt hat. Und während sie jetzt alle in ihren Langstreckenbombern sitzen, um an exotischen Zielen Sonne und Sex und Sand zu genießen, sitze ich hier im halb verlassenen Venetien und genieße – die Ruhe. Dass ich sowas mal über Venetien schreiben würde, hätte ich auch nicht gedacht.

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Etappe 2 – Über die Berge.

Aber der Reihe nach. Zunächst stelle ich einmal mehr fest, dass es einfach Ecken auf der Welt gibt, die ein bisschen privilegiert sind – und andere eben nicht so. Ich meine, man muss sich mal vorstellen,  in irgendeiner Region Deutschlands 500 Kilometer am Stück Autobahn zu fahren. Das Ergebnis ist vermutlich meistens eher deprimierend. 500 Kilometer wären zum Beispiel  von mir nach Kassel, was meistens einfach nur öde ist, vermutlich auch angesichts der Perspektive, dass man nach diesen 500 Kilometern in Kassel sitzt. Dagegen das hier: Man fährt in Salzburg auf die Autobahn, wobei schon die paar Kilometer dorthin angesichts der ständig näher kommenden Berge ziemlich anregend sind. Von Salzburg aus fährt man dann einmal quer durch die Alpen. Man kommt an Namen vorbei, die man schon millionenmal gehört hat und von denen man denken könnte, sie seien für einen österreichischen Fremdenverkehrsprospekt erfunden worden. Man kommt über die Tauernautobahn, überquert den Katschberg, begegnet dem Großglockner und bemerkt es schließlich kaum, in Italien zu sein. Jedesmal,wenn ich die ersten Kilometer Italien sehe, denke ich mir das: dass nämlich die allermeisten der lieben Landsleute keinerlei Ahnung von der atemberaubenden Vielfalt dieses Landes haben und Italien auf Vino, Spaghetti, Fußball und ein bisschen Berlucsconi reduzieren. Dabei steht man hier an der Landesgrenze mitten in den Alpen und in ein paar Wochen wird es hier schneien und aus den völlig ausgetrockneten Flussbetten werden auf einmal wieder Ströme, mit denen man sich besser nicht anlegt. Italien danach ist  eine rasante Abfahrt aus einer enormen Berghöhe runter in eine Ebene, auf gerade mal 150 Kilometer wird aus der Alpenlandschaft das venezianische Hinterland, ein Paradies für Landwirte, für Südfrüchte, für Liebhaber von Kultur und Historie. Und natürlich: ein Wasserparadies.

An die Adria sind es von der Autobahn noch 35 Kilometer, danach steht man direkt frontemare. 150n Kilometer von den Alpen an die Adria, das muss man sich mal vorstellen: Das wäre in etwa so, als würde man in Kassel auf 2000 Meter in hohen Bergen losfahren, um sich dann kurz vor Frankfurt an einen Sandstrand zu legen. Man kennt dann den Unterschied zwischen Deutschland und Italien wieder, wobei ohnedies fraglich ist, ob man sich in Frankfurt an einen Strand legen wollen würde, selbst wenn man könnte. Und die Aussicht aus den Kasseler Alpen von einer Höhe von 2000 Metern stelle ich mir lieber erst gar nicht vor.

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Etappe 3: Venedig

Normalerweise kann ich Wetten darauf abschließen: Wenn ich von einer Stadt besonders viel erwarte, bin ich hinterher umso enttäuschter. Malaga beispielsweise; davon hatte ich mir mal vor ein paar Jahren irre viel versprochen. Hinterher dachte ich mir, schöner als Kassel ist es allemal, aber ein allzu großes Kunststück ist das ja nicht (umgekehrt habe ich das aber auch schon erlebt: von Palma dachte ich immer, es sei ein Hort volltrunkener Legastheniker, ehe ich vor Ort feststellen durfte, dass der Ballermann ganz wo anders liegt und Palma selbst eine atemberaubend schöne Stadt ist – immer wieder lustig, wie man sich von verkehrten Vorstellungen leiten lässt.) Jedenfalls, um endlich auf Venedig zu kommen, ist die Hauptstadt Venetiens zwar von unfassbar vielen Mythen und Klischees umgeben, aber man staunt dann doch, dass es Klischees und Mythen gibt, bei denen man eine Ahnung bekommt, warum sie entstehen. Venedig ist ein einziges Postkartenpanorama, aber was soll mich das stören: Erst war Venedig da, dann die Postkarte.

Man merkt übrigens dann auch, wie hergekrampft viele Vergleiche sind. Ich kenne Dresden und Florenz zu wenig, um beurteilen zu können, ob es sich dabei wirklich um ein „Elbflorenz“ handelt. Passau jedenfalls mit Venedig zu vergleichen, ist ziemlich albern. Und ich mag Passau wirklich.

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Etappe 4: Hinterland

Früher dachte ich ja immer, Italien bestehe in erster Linie aus Strand. Der Weg dorthin war für mich immer eher lästiges Beiwerk, eine Strecke, die man halt zurücklegen musste, um ans Meer zu kommen. Heute vergeht kein einziger Tag, an dem ich nicht irgendwo im Hinterland unterwegs bin. Das alte Reporterblut kocht da wieder ein bisschen, davon abgesehen sind mir reine Strandtage inzwischen zu öde. Das Hinterland Venetiens ist von einer erstaunlichen Mischung aus italienischer Lebensfreude und dennoch leiser Melancholie, dass man hier ganze Tage verbringen könnte, ohne irgendjemanden zu begegnen oder mit jemandem reden zu müssen. Dabei heißt es doch immer, der Italiener als solcher quassle unentwegt. Aber vielleicht muss man, um Unsinniges revidieren zu können, sich die Dinge einfach mal genauer ansehen. Und nicht nur „Maria, ihm schmeckt´s nicht“ lesen/schauen. Bei aller Liebe zum Kollegen Weiler. Achja, es gibt dort übrigens den besten Weißwein, den man sich vorstellen kann. Und Früchte und Obst, dass man als Deutscher erst einmal denkt, sie müssten aus der Nähe von Tschernobyl stammen. Dabei wächst hier alles einfach ein wenig üppiger.

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Epilog – Rückfahrt:

 Jedesmal das gleiche. Nach ein paar Tagen in Italien kommt mir Deutschland erst einmal entsetzlich vor. Dabei bin ich vermutlich viel zu deutsch, um italienisch sein zu können. Außerdem muss ich mich jedesmal selber amüsieren, wie sehr wir auf der einen Seite südländische Lässigkeit ins Herz geschlossen haben, um danach doch gleich wieder so fürchterlich deutsch zu sein. Aber vielleicht bekommt man das ja irgendwann doch mal hin. Heute habe ich mich jedenfalls bei einem sehr entspannten Gespräch mit einem Menschen ertappt, zu dem ich von erlesener Höflichkeit und für meine Verhältnisse unglaublicher Ruhe war (obwohl ich ihn nicht mochte).

Der Mann war Banker.

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Kill sonstwen

Wäre ich eine Frau, würde ich mir jetzt schon mal einen gelben Anzug zurechtlegen, ein paar Nahkampfübungen machen und mir eine Liste mit Leuten anfertigen, denen ich demnächst mal einen Besuch abstatten möchte. Es gäbe aktuell durchaus einige Kandidaten. Sie tragen übrigens alle Anzüge und sehen scheiße aus.

(Und nebenbei bemerkt war das einer der geilsten Filme, die ich jemals gesehen habe. Von den völlig wahnwitzigen Soundtracks mal ganz abgesehen. Schade, dass der neue Tarantino angeblich so interessant ist, als wenn man Blut beim Trocknen zuschauen würde. Nun gut, aber ich kenne auf der anderen Seite auch Menschen, die sich gerne überfahrene Tiere ansehen.)

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