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Archive for März 2010

25

Mit Mr. Peter Gabriel war das immer so: Er machte jedes Jahrzehnt eine neue Platte, ich habe mich wie blöd darauf gefreut und fand sie toll, ohne sie überhaupt mal gehört zu haben (im Nachhinein fand ich aber immer, dass ich recht hatte). Diesmal war das genauso, ich habe das Album natürlich blind bei iTunes vorbestellt und bemerkt, wie lange es her ist, dass Gabriels letztes Album („Up“) erschienen ist. Damals gab´s nämlich noch gar kein iTunes. Einen iPod hatte ich auch noch nicht und wenn mir jemand zu dieser Zeit gesagt hätte, dass meine beachtliche CD-Sammlung irgendwo Staub ansetzen würde, weil ich das ganze Zeug digital habe, hätte ich ihn für bescheuert erklärt. Wenn man so will, bin ich also gemeinsam mit Gabriel alt geworden. 1985, als „So“ rauskam, war der typ echt chic, sah fantastisch aus und war eine Art Idol. Heute hat er einen grauen Ziegenbart, ist natürlich immer noch ein großartiger Musiker — aber eben auch ein Mann von 60.

Als ich „Scratch my back“ zum ersten Mal gehört habe, war mein erster Gedanke: Jetzt ist er wirklich alt geworden. Ich fand die Idee, 12 Songs zu covern, alleine schon deswegen enttäuschend, weil ich nach bald 10 Jahren gerne wieder ein paar Gabriel-Songs gehört hätte. Und „Heroes“ oder „Boy in the bubble“ von Peter Gabriel, gemeinsam mit einem Orchester und sonst nix? Bizarre Idee — ich musste erst mal an „Night of the proms“ denken. Natürlich hat Gabriel kein „Night of the proms“ gemacht, stattdessen ein, naja, gewöhnungsbedürftiges Album. Immerhin habe ich mich so dran gewöhnt, dass ich es nach der erster Enttäuschungs-Phase gerne öfter auflege, sogar jetzt, an einem sonnigen, aber kalten und unheimlich stillen Sonntagvormittag. Vielleicht ist es dafür die richtige Musik: für einen kalten, stillen Sonntagvormittag, an dem man neben anderen auch darüber sinnieren kann, wo eigentlich zur Hölle die Jahr seit „So“ geblieben sind. Es sind genau 25.

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Wildwestfälische Pausen

Es muss so knapp zwei Jahre her sein, als ich mir dachte: Manche Dinge ändern sich nie.  Dabei war ich mir eigentlich sicher, dass man inzwischen mit dem Zug durch OWL fahren könnte, ohne längere Zeit in Altenbeken verbringen zu müssen. Mir war auch nie klar, warum Altenbeken: Paderborn ist ein paar Meter weiter und ungefähr 100mal so groß wie Altenbeken. Aber nein, wer im im südlichen Ostwestfalen Zug fährt, muss über Altenbeken und er muss dort warten. War zumindest früher so. Als ich das letzte Mal mit dem Zug in diese Richtung fuhr (nach Bielefeld, um genau zu sein), war ich mir sicher, dass ich Altenbeken allenfalls im Vorbeifahren sehen würde. Doch weit gefehlt. 34 Minuten Wartezeit in Altenbeken. Das kann allerdings inzwischen auch seinen Charme haben, wie die FAZ wunderbar beschreibt.

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