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Archive for Oktober 2009

Das System

Diese Woche in einer Ausgabe der SZ drei Schlagzeilen untereinander gelesen, die dort eher zufällig in dieser Reihenfolge dort standen und erst einmal nichts miteinander zu tun hatten:

Razzia bei der BayernLB (Dem früheren Vorstand der Bank wird u.a. Unterschlagung bzw. Untreue vorgeworfen. Die Bank musste letztes Jahr mit insgesamt 10 Milliarden Steuergeldern vor der Pleite bewahrt werden.)

Amerikanische Banken zahlen ihren Mitarbeitern in diesem Jahr so hohe Boni wie noch nie (140 Milliarden).

Auf der Welt hungern 1 Milliarde Menschen (so viele wie seit 1970 nicht mehr).

Und ich dachte mir, dass es schon möglich ist, dass Banken systemrelevant sind und dass man sie deswegen retten muss, aber dass sie eben auch nur für dieses eine System relevant sind. Vielleicht muss man das System ändern und nicht die Banken, den Finanzmarkt. Man wird die Gier, die Dummheit, das maßlose Ego dieser Branche(n) nicht mit erhobenem Zeigefinger, mit ein paar Ermahnungen, ein paar neuen Regularien in den Griff bekommen. Sie zocken schon wieder, sie feiern Partys und sich selbst — und letztlich hilft nur der radikale Schritt: Schafft das System ab. Wenn wir es nicht selbst abschaffen, wird es von anderen abgeschafft werden. Es wird auf Dauer nicht funktionieren, weil es auf Dauer nicht funktionieren kann: Hier zockende, dekadente Banker, da eine Milliarde Hungernder.

Amüsanterweise ist übrigens gerade ausgerechnet Westerwelles  FDP dabei, auf Pump finanzierte Steuersenkungen durchzudrücken, damit man wenigstens ein paar von den hübschen Wahlversprechen durchziehen kann, die man gemacht hatte. Wie man überhaupt die laufenden Koalitionsverhandlungen als Bankrotterklärung der angekündigten Kehrtwende werten darf: Man hebt also irgendwelche Hartz4-Sätze an und verlängert Laufzeiten von Kernkraftwerken, sehr viel mehr weiß man noch nicht. Nach fast zwei Wochen Verhandlungen.

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Herbst

FDP und CDU stellen gerade fest, dass sie eigentlich gar kein Geld haben und deswegen Steuern nicht so richtig werden senken können (quelle surprise…). Deutschland fährt trotzdem mal wieder zur WM, und irgendwie hat man aktuell gerade den Eindruck, dass alles so sei, wie es schon immer gewesen ist. Wie wird das erst, wenn plötzlich Leutheusser-Schnarrenberger und Solms im Kabinett sitzen? Wird Kohl dann Ehrenkanzler und der Osten wieder zur DDR?

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Welche Krise?

Die Union und die FDP beraten darüber, welche Steuer sie zuerst wohl senken sollen; wohl wissend, dass es da nichts zu senken gibt, aber irgendwie muss man ja dann doch darüber hinweg täuschen, wie viel im FDP-Wahlkampf wider besseren Wissens einfach mal dahingelogen war. Bei der HRE ist heute Hauptversammlung und man erwartet, dass sie (laut dpa) „turbulent“ werden könnte. Hätte die FDP heute die 100 Milliarden, die man den HRE-Verbrechern hinterherwerfen musste, man hätte irre viel Geld für teure Steuergeschenke zur Verfügung. So aber leiden die liberalen Krawattenträgern an den Bank-Krawattenträgern, also letztlich an denen, deren völlige Freiheit sie immer wieder fordern und das mit dem Begriff Liberalismus verwechseln. Ausgleichende Gerechtigkeit, finde ich.

Draußen im Wald ist übrigens von Krise und von Westerwelle nichts zu merken. Hier wächst alles weiterhin unbeeindruckt vor sich hin, und wenn eines Tages Westerwelle und die Banken gemeinsam kollabieren, weil sie es immer noch nicht begriffen haben, wird dieser wunderbare Leitpfosten mitten im Wald weiter einfach da stehen, ein wenig von Pflanzen umwuchert werden und letztendlich symbolisieren, wie Niederbayern wirklich tickt: stoisch.

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Sommerende

Könnte man sich schöner vom Sommer verabschieden als mit diesen Bildern? Zufällig bei der letzten Nachbearbeitung der Venetien-Fotos gefunden und mich gefragt, warum ich die noch nicht verwendet habe. Entstanden übrigens zum Sonnenaufgang, also schon früh aufgestanden, um die Motive zu bekommen. Im Übrigen haben solche Orte früh am Morgen, wenn noch kein Mensch unterwegs ist, eine ganze besondere Athmosphäre. Hat er Oktober hier übrigens auch; die Sonne scheint, es hat immer noch fast 20 Grad, alles ist gut. Der scheußliche Mist mit Kälte und Nebel kommt  noch früh genug. Und schwarzgelb haben wir ja eh schon.

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