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Archive for Mai 2009

(Das Copyright für die Überschrift liegt übrigens nicht bei mir, sondern hier.)

An einem Samstag oder an einem Sonntag sieht auch eine Stadt wie München aus wie ein schlafender Hund. Auf einmal ist die ganze Geschäftigkeit wie weggeblasen, die Leute bewegen sich deutlich langsamer, die Berufspendler sind verschwunden, man hört ab und an sogar schläfriges Bayerisch in den Straßen. Das passiert während der Woche nie. Wenn man dann durch verschlafene Ecken wie in Haidhausen morgens um 8 seine Jogging-Runden dreht, könnte man die Stadt direkt wieder mögen, auf eine ganz andere Art, wie ich sie damals mochte, um die Jahrtausendwende, als alles hip und chic war. Schön, schön, das alles.

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Mögen könnte ich von der Idee her auch audible.de. Ich versuch jetzt allerdings gerade wie immer einmal im Jahr, mich mit der Technik von denen anzufreunden. Wenn ich es schon getan hätte, wäre ich längst treuer Kunde. Aber die sind wirklich ein Musterbeispiel dafür, wie man mit völlig verquerer und unnötiger Technik Kunden abschreckt. Ich meine, iTunes funktioniert ja auch deswegen so gut, weil man dafür wirklich nichts können muss. Audible dagegen ist eine Wissenschaft. Da stecken Nerds dahinter, garantiert.

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Achja, nein, die letzten Wochen waren wirklich nicht lustig.

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Gestern beim shufflen mit dem iPod zufällig nach vielen Jahren mal wieder gehört: The sands of time were eroded by the river of constant change…

Großer Schlusssatz eines großen Songs. Kenner wissen, welchen ich meine.

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Kill sonstwen

Wäre ich eine Frau, würde ich mir jetzt schon mal einen gelben Anzug zurechtlegen, ein paar Nahkampfübungen machen und mir eine Liste mit Leuten anfertigen, denen ich demnächst mal einen Besuch abstatten möchte. Es gäbe aktuell durchaus einige Kandidaten. Sie tragen übrigens alle Anzüge und sehen scheiße aus.

(Und nebenbei bemerkt war das einer der geilsten Filme, die ich jemals gesehen habe. Von den völlig wahnwitzigen Soundtracks mal ganz abgesehen. Schade, dass der neue Tarantino angeblich so interessant ist, als wenn man Blut beim Trocknen zuschauen würde. Nun gut, aber ich kenne auf der anderen Seite auch Menschen, die sich gerne überfahrene Tiere ansehen.)

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Erkenntnisse der Woche

Das Problem in diesem Land ist, dass die Menschen in diesem Land alles als Problem sehen. Dass sie liebend gerne jammern, motzen, wehklagen. Anstatt die Chance oder die Herausforderung zu begreifen oder einfach nur halbwegs entspannt zu genießen, dass heute die Sonne scheint und es das erste Mal in diesem Jahr nahe an die 30 Grad hingeht. Aber nein, der Deutsche an sich muss jammern. Keine Ahnung, wie lange mein Nervenkostüm diese Menschen noch erträgt.

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Marco Schreyl ist in echt viel netter. Er schreylt da nicht so wie im Fernsehen.

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Die neue Green Day klingt nach Resteverwertung. So, als ob jemand die übriggebliebenen Tapes von „American Idiot“ zu einer neuen Platte zusammengeschnitten hätte. Das kann man sich schon anhören, es reicht für ein solides Album. Aber „American Idiot“ bleibt „American Idiot“.

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300 Milliarden

300 Milliarden Steuerausfälle in den nächsten Jahren, könnte sein, dass es demnächst ungemütlich wird in diesem Land. Es wundert mich allerdings nicht so sehr; wenn mich mein Eindruck nicht vollends trügt, dann wird diese Verhinderer- und Beamtenmentalität immer schlimmer. Und dann wundert man sich dann ja doch, welchen Leuten man hier Kompetenz zu- und anvertraut. Ein Bankvorstand und ein ziemliches hohes Tier einer Versicherung  erzählen mir in diesen Tagen unabhängig voneinander, eigentlich, wenn man sich doch mal ganz ehrlich wäre, gebe es doch gar keine Krise in diesem Land. Klar, das Bank-Arschloch sitzt ja auch unter seinem gemütlichen Rettungsschirm und wird als systemrelevant erachtet (warum eigentlich?). Da merkt man nix von Krise, wenn man seinen Schrott einfach mal eben auslagert und danach weiterwurschtelt wie bisher. Und wenn man für den Mist, den man macht, nicht zur Rechenschaft gezogen wird.

Egal. Mit ein bisschen Glück bin ich im Juni Österreicher. Was Wirtschaftsförderung und Banken dort angeht, läuft das ein bisschen anders als im Stammland von Bürokratie und Steuergesetzten. Macht ihr mal schön weiter mit 300 Millirden Ausfällen und einem eingerosteten System.

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Jetzt sag mal,

Wer hat das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Arbeit sein muss?

Das war doch sicher jemand unter Drogeneinfluss.

Zur Strafe gehts jetzt barfuß ins Bett, und da kannst du dann träumen,

Wie Elfen dir helfen, deinen Scheiß wegzuräumen.

Uh-oh, und der Wecker klingelt, das klingt so,

Und ich reib mir die Augen und bin froh.

Ich darf arbeiten gehn, draußen regnet es mal wieder,

Ach, das Leben ist schön.

Ich bewundere alle Menschen, die in großen Städten wohnen,

Wo man niemals ganz allein ist, immer einer von Millionen.

Und man stürzt sich ins Getümmel und der Strom reißt einen mit,

Und man hat ein bisschen Mühe, doch man hält irgendwie Schritt.

Und man sieht Werbung, wohin man auch schaut,

Denn auf Werbung ist unsere Wirtschaft aufgebaut.

Und es gibt Werbung für alles, was man nicht braucht,

Damit man Auto fährt, anders riecht und dabei raucht.

Dagegen helfen keine Pillen und auch keine Prophylaxen,

Ich bin hilflos, denn meine Wünsche wachsen

In dem Maß, in dem mein Einkommen steigt,

So dass das Glück immer gleich unerreichbar bleibt.

Es ist ein bisschen wie beim Turmbau zu Babylon,

Ich hab so viele Träume – hier ist einer davon:

Eine Insel mitten I’m Meer, eine Insel,

Da ist das Leben nicht schwer,

Kein Stress keine Arbeit, kein Berufsverkehr.

Ich träume oft davon, wie schön es wär.

Ein schöner Traum – zurück zur Realität,

Du willst eine Insel? ich sag dir, was geht:

Zwei Wochen Ibiza, einmal I’m Jahr,

Fang schonmal an zu sparen.

Und der Vater fragt: Warum haben wir nie Geld, mein Kind?

Weil wir nicht I’m Besitz der Produktionsmittel sind.

Und der Mehrwert, den wir schaffen, macht andere reich,

Und die bauen sich dann Villen oder kaufen sich gleich

Eine Insel mitten I’m Meer, eine Insel,

Da ist das Leben nicht schwer.

Wo ich jeden Tag fangfrische Fische verzehr,

Ich träume oft davon, wie schön es wär.

Blaues Meer und weißer Sand,

Und hoher Himmel und weiter Strand.

Und viel Wasser und wenig Land,

Und keine Krokodile, aber Kokosnüsse.

Eine Insel mitten I’m Meer, eine Insel,

Da ist das Leben nicht schwer.

Mein Lieblingsstrand wäre immer leer,

Ich träume oft davon, wie schön es wär.

(Ist erst so knapp ein halbes Jahr alt, verkörpert ein Stück weit Lebenseinstellung und ist einfach wunderbar. Noch Fragen? „Insel“, Farin Urlaub Racing Team).

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Was soll man sagen?

Was soll man sagen? Sie werden es wirklich nie lernen, die Schweinepriester.

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Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Hoffnung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven heraus etwas zum Wohle der Gemeinschaft tun.

Den Satz, der interessanterweise von Keynes stammt, habe ich in der neuen Spiegel-Titelgeschichte „Das Prinzip Gier“ (lesenswert!) gelesen. Ich fand ihn ziemlich nachvollziehbar und dachte mir danach: Soweit ist es jetzt schon. Dass ich Sätze, die ich noch vor ein, zwei Jahren für albernen Lafontaine-Populismus gehalten hätte, bedenkenswert finde. Aber irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass es tatsächlich so ist, wie der „Spiegel“ schreibt: dass dieses System, das auf dem „Prinzip Gier“ fußt, nicht lernfähig und nicht reformwillig ist. Alleine die Tatsache, wie in manchen Bankentürmen schon wieder die feuchten Träume von 25 Prozent Rendite aufblühen – oder auch die überaus interessante Tatsache, wie sich die Banker mit billigstem Geld eindecken bei einem Leitzins von einem Prozent und gleichzeitig keine einzige dieser Zinssenkungen an die Kunden weitergeben, außer die natürlich, bei denen sie selber Zinsen zahlen müssten. Sich unter „Rettungsschirme“ flüchten, die Kredithähne zudrehen und gleichzeitig noch die Leitzinsensenkungen als weitere Maßnahme zur Profitsteigerung zu verwenden, meine Güte – ist es verkehrt, wenn man dann wirklich nur noch von „Bankstern“ spricht? Ich hatte jedenfalls die Tage ein interessantes, halb-privates Gespräch mit einem Bankvorstand und habe bemerkt, dass in deren Köpfen immer noch nichts angekommen ist. Meine Frage jedenfalls, ob ihm das nicht irgendwie zuwider sein, wenn das Ansehen seines Berufsstandes inzwischen hinter dem eines windigen Gebrauchtwagenhändlers liegt, hat er nicht nur nict beantwortet – er hat sie wirklich nicht begriffen.

So weit ist es jetzt schon. Ich habe das Steingart-Buch über die „Ansichten eines Nichtwählers“ gelesen und beschlossen, nicht wählen zu gehen, aller inneren Bedenken zum Trotz. Aber ich mag nicht mehr ein System via Stimme unterstützen, dass seit Jahrzehnten wider besseren Wissens das Falsche tut. Ich mag kein System mehr wählen, in dem es eine Selbstverständlichkeit ist, vor Wahlen Dinge anzukündigen, von denen wir alle wissen, dass sie nicht passieren werden (siehe aktuell: Steuersenkungen). Steingart beschrieb zudem in seinem Buch sehr schön, wie verrottet diese Selbstverständlichkeiten bei uns sind. In den USA, schreibt Steingart, hätte es einen Aufstand gegeben, wenn nach einer Wahl eine Partei jemanden zum (sagen wir) Präsidenten gemacht hätte, der gar nicht auf dem Stimmzettel stand. Bei uns ist das – wie in Bayern  – mühelos nötig: Der Partei passt ein Wahlergebnis nicht? Egal. Dann wird jemand Ministerpräsident, der gar nicht zur Wahl stand. Eine Verfassungskrise hätte das in den USA gegeben, schreibt Steingart. Wir hingegen zucken mit den Schultern, wir sind ja ganz andere Dinge gewohnt.

Soweit ist es jetzt also schon. Ich würde, auch wenn ich momentan wirklich keine gute Alternative weiß, momentan weder wählen gehen noch weiterhin unser jetziges politisches und wirtschaftliches System unterstützenswert finden. Ich hätte aktuell ziemlich Lust, ziemlich vielen Leuten ziemlich Unflätiges an den Kopf zu werfen.

Soweit ist jetzt schon.

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