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Archive for März 2009

Der Tag

Die Welt ist ja bekanntlich immer das, wofür man sie hält. Ich weiß noch nicht so recht, wofür ich sie gerade halten soll. Am Freitag habe ich mal wieder den gerade erst in den Schrank zurückgelegten schwarzen Anzug rausgekramt und wenn es so weiter geht, sollte ich mir vielleicht ein paar Exemplare auf Vorrat besorgen. Das sind die Momente, in denen man die Welt für einen eher unwirtlichen Ort hält.  Jedenfalls habe ich dann erst mal alles zurückgestellt und weggelegt, was ich am Wochende so erledigen wollte. Dabei glatt übersehen, dass heute ein Tag ist, der irgendwie für alles weitere in diesem Jahr ziemlich entscheidend ist. Und jetzt hektisches Hin- und Herschwanken. Zwischen völliger und gleichermaßen sinnloser Betriebsamkeit und dem Wunsch, sich einfach bis heute nachmittag abzulenken. Blöder Tag, irgendwie. Aber ab Morgen soll richtig Frühling werden, immerhin.

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Münchens Trabantenstadt

Besuch in der Trabantenstadt kurz vor München, die so gesichtslos ist, dass man sie nicht mal als eigene Stadt wahrninmt, sondern sie meistens einfach als München bezeichnet. Das Städtchen mit seinem vielleicht 15.000 Einwohnern hat mal richtig geboomt.

Jetzt, im Zeitalter der Krise, fallen manche Sachen viel mehr ins Auge, die man damals nicht sah, vielleicht auch nicht sehen wollte. Es riecht nach Depression dort und gleichzeitig nach Kreativitätstod. Aus den Glaskäfigen mit Batteriehaltung werden einförmige grauanzügige Gelfrisuren ausgespuckt, wahlweise auch einförmige graukostümige Schicksen.  Man geht an den Klötzen vorbei und überlegt sich, um wie viel effizienter und kreativer Arbeiten wohl sein kann, wenn man die Leute nicht derart uniformieren und sie sich nicht in Politik, Strukturen und Meetings aufreiben lassen würde.

Früher hätte ich es nicht ausgeschlossen, irgendwann mal dort in dieser Vorstadt Münchens wieder zu arbeiten. Nach meinem heutigen Kurzabstecher weiß ich, dass ich lieber Pizzabäcker werden würde als dort jemals nochmal einen Job anzunehmen. Der Pizzabäcker riecht nach Arbeit, die Vorstadt nach leichter Fäulnis.

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Nachtrag zum Fotothema…

…solange es hier schneit und kein einziger Lichtstrahl durchs Grau kommt, solange also dieser Frühling ein gespielter Witz ist, nehme ich keine Kamera mehr in die Hand. Der erste Sonnenstrahl, der wird fotografiert. Könnte aber dauern, so wie´s aussieht.

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Ottfried Fischer, Kabarettist und Schauspieler, Ornatsöd (bei Passau). Schönstes Wortspiel: Der Tauch-Söder.

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Mehmet!

Wenn das mal nicht das vorweg genommene Highlight des Jahres wird: eine gemeinsame Veranstaltung mit Mehmet Scholl. Da stört es mich nicht mal, dass Waldi Hartmann auch dabei ist. Wenn der Mehmet wüsste, wie viel Spaß ich mit ihm schon gehabt habe…

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Unsortiertes aus der Woche

Im März, noch dazu an dessen baldigem Ende, mit glühend heißem Tee im Büro sitzen, das ist nicht lustig. Vom Winter hätte man ja jetzt eigentlich die Nase ziemlich voll, was dem niederbayerischen Winter 2009 ziemlich wurscht ist: Für kommende Woche ist wieder Schnee bis ins Flachland angesagt. Nun gut. Man solle einfach nach der Devise vorgehen, dass es nunmal sei wie es sei, habe ich unlängst gelassen, das würde dem inneren Seelenfrieden enorm gut tun. Solange es nur um den Winter geht, kann man das ja mal versuchen.

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Gestern mal wieder gesehen, wie wir unsere letzten Überreste von Kultur platt machen. Mitten im an sich wunderbaren Passau steht jetzt ein gigantisches Einkaufszentrum, in das alle reinrennen. Ein paar Meter weiter, in der sensationell schönen Altstadt, macht ein Laden nach dem anderen zu. Das Einkaufszentrum selbst: ein gesichtsloses Monstren mit all den Ketten, die es auch in Bottrop oder Wanne-Eickel gibt. Die Fortschrittsgläubigen finden das toll und rechnen vor, wie viel Prozent mehr Umsatz es jetzt in Passau gibt und wie sich die Besucherzahl der Stadt steigert. Mag sein. Wenn man gegenrechnet, wie viele andere deswegen zumachen müssen und dass vermutlich 99 Prozent der Umsatzsteigerungen in den Kassen des Monsters landen und dass man zudem das alte Passau in die völlige Gesichtslosigkeit getrieben hat, ist die Bilanz aber gar nicht so toll. Hab trotzdem im Monstrum eingekauft, weil ich einiges an Büromaterial brauchte und der Saturn gerade so schön günstig vor mir lag. So bescheuert ist man.

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Nikon D 300. Ich überleg immer noch. Gestern hatte ich sie in der Hand und war auf dem Weg zur Kasse, allerdings wolte ich dann dem eben beschriebenen Saturn im Einkaufsmonster nicht auch noch mal eben knapp 2000 Euro hinterherwerfen. Und wenn ich mir auf der anderen Seite meinen ziemlich kümmerlichen Fotostream der letzten drei Monate anschaue, dafür tuts ja sogar ne Polaroid. Die gesunkene Fotorate hat aber auch damit zu tun, dass das N95 kaputt ist und die Zahl spontaner Bilder deswegen nahe null geht. Die Kamera vom iPhone ist leider ganz und gar keine Alternative. Jetzt suche ich nach was kleinem, kompaktem, so einem Teil, mit dem Herr A. neuerdings knipst. Das war ziemlich gut, ziemlich teuer und eben extrem kompakt, glaube ich. Wie hieß das Teil nochmal?

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Trotzdem: Ich denke, im April steht hier die D300 rum. Ich kenn mich doch.

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Pet Shop Boys, „Yes“: Das sei „kluger Pop für kluge Leute“, schreibt die SZ. Stimmt. Und endlich kann ich somit die PSB mal ohne schlechtes Gewissen hören.

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Steuern machen…

…oder: wie ich lernte, den Anarchismus zu lieben. 63 Prozent der weltweiten Steuerliteratur sind auf Deutsch verfasst. Auf Babynahrung zahlt man in Deutschland den vollen Mehrwertsteuersatz, auf Hundefutter den ermäßigten. Manchmal denke ich, die Tatsache, dass es im Land D. nur so mitelgut vorangeht, hat irgendwie auch was mit unserem schizophrenen Verhältnis zu Steuern zu tun.

Glück ist, wenn die Elster fliegt. Sonntags zudem.

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