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Archive for Dezember 2008

Ein Tag am Berg

Man muss sich das bei uns so vorstellen: Kategorie 1 der unerträglichen Menschen, beispielsweise also Cora Schumacher, treibt sich in den Salzburger Ski- und Bergwelten rum. Das heißt also, dass dort wenig gefahren, dafür umso mehr gebusselt und fotografiert wird. 80 Kilometer von mir aus zu fahren, aber leider, so sehr ich das Salzburger Land ansonsten mag, unerträglich. Kategorie 2: Gmund, Tegernsee, da sind die oberbayerischen Millionäre und die Münchner, die irgendwie ein bisschen was auf sich geben. Fast zwei Stunden von mir aus zufahren, aber selbst dann kein Ziel, wenn es vor der Haustüre läge. Und dann schließlich Kategorie 3: diejenigen, die keine Lust auf Society haben, auf ewig lange Staus vor den Hängen, auf aberwitzige Preise und irgendwelche Leute, die zwar irgendwelche schweinteuren Ski an den Füßen haben, das aber auch nur, um sie beim Einkehrschwung möglichst auffällig hinstellen zu können. Das sind die, die sich für einen Tag an den Großen Arber bewegen. Knapp 1500 Meter, trotzdem schöner Schnee und ein Sonnenhang, der diesen Namen echt verdient.

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Lustig: Hier sieht man drei Autos nebeneinander mit dem Kennzeichen HX, was mir die HXer schon wieder symphatisch macht. Die wollen halt Ski fahren und Spaß haben und nicht irgendwelchen Schickischeiß machen. Das sind sie hier richtig, auch wenn es hier eine Hütte gibt, bei der die Leute draußen sitzen und diese komische Lied von diesem komischen roten Pferd und Hang on sloopy hören und es irgendwie witzig finden, dass man mit einem Weißbier in der Sonne sitzen kann. Das werden die zwei oder drei gewesen sein, die in ihren in ihrer albernen Protzigkeit schon wieder komischen SUV´s unten am Parkplatz stehen. Kennzeichen irgendwo Rhein-Main-Gebiet, da hält man das wohl für bayerische Folklore.

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2 Grad plus oben am Berg, was soll man dazu noch sagen? Außer, dass es das mit der Schneesicherheit wohl war im Bayerischen Wald. Unterhalb des Arbers: alles grün, und das an Silvester.

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Und ansonsten immer wieder sensationell: Ein Tag am Berg – und du kommst wie neugeboren wieder runter ins Tal. Keine Arschlöcher, keine Großkotze, nur wir paar Leute und der Schnee. Ein Traum.

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In aller Langeweile

Ach Campino, was warst du mal gut. Damals, als dir noch echte Kracher eingefallen sind, die einfach nur Party waren – ohne doof zu sein. Mit „In aller Stille“ hast du jetzt dummerweise schon  das dritte Album am Stück rausgebracht, bei dem man sich für deine Toten Hosen einen gnädigen Tod wünscht. Jungs, einfach nur ein paar lahme Riffs aneinanderzuwerfen und textliche (unerträgliche) Nabelschauen zu betreiben hat noch nix mit Hochkultur zu tun. Mit dem Kram, den ihr jetzt spielt, könnt ihr als Vorgruppe von Herbert Grönemeyer evangelische Kirchentage bespielen.

Ochja, als kleine Reminiszenz an früher, als ihr noch Spaß gemacht habt:

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Eiserne Vorsätze für 2009…

…auf die ganz persönliche Backlist kommen Verhinderer, Nöler, Jammerer, Konventionaldenker, Sichabfinder. Geredet wird nur noch mit Selbstdenkern, Ermöglichern und Menschen, die selbst aus den irrsten Situationen mit einem gewissen Standvermögen und eigenem Kopf wieder rauskommen.

Das musste mal gesagt werden, finde ich.

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Finanzkrise, einfach erklärt

Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschliesst sie, die Getränke der Stammkundschaft -hauptsächlich alkoholkranke Hartz IV Empfänger- auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandy’s Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandy’s Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung.

Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KOTZBOND®. Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA Super Prima Anleihen und werden bei einer usbekischen Online Versicherung per Email abgesichert. Daraufhin werden sie von mehreren Rating Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandy’s Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeutet oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werde diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren.

Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.

Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandy’s Kunden langsam fällig zu stellen. Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten Hartz IV Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus. Mandy macht Konkurs. SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KOTZBOND® hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%.

Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein und der Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.

(Verfasser leider unbekannt, kursiert aber schon seit ein paar Tagen im Netz.)

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Niederbayerische Wälder…

…sind insbesondere bei strahlendem Sonnenschein und Laufschuhen an den Füßen so ziemlich das Geilste, was es gibt. Man hält dann sogar Weihnachten aus.

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Wetterwechsel

Der Tag des letzten Eintrages war vermutlich der letzte Schöne in diesem Jahr. Seither hat sich die Sonne nicht mehr blicken lassen und einen richtigen Winter gibt´s auch nicht. Stattdessen: grau in grau, Schneematsch, Wind. er 23. Dezember ist der kürzeste Tag im Jahr und jedes Jahr denke ich mir an diesem Tag, dass es jetzt wieder aufwärts geht. Passt, dass ich den 23. Dezember weitgehend auf einer Beerdigung verbringen werde.

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Natürlich ist der Sparkassenpräsident völlig unschuldig an der Pleite der Bayern LB und daran, dass Bayern auf einmal ein hoch verschuldetes Land sein wird. Der Vorstand der BayernLB kann natürlich auch nichts dafür, vor ein paar Monaten noch von ein paar hunderttausend Euro möglicher Belastungen gesprochen zu haben und plötzlich vor einem Milliardenberg zu stehen. Bei der Hypo Real Estate kann natürlich auch keiner was für kriminelle Machenschaften, weswegen auch alle da bleiben, wo sie sind. Nicht alle, halt, ein paar der Mitarbeiter, ziemlich genau de Hälfte, wird es erwischen. Trotzdem lassen mich diese Dinge diesmal ziemlich kalt. Dem Turbokapitalismus beim langsamen Verrecken zuzusehen ist Genugtuung genug. Da muss man sich nicht noch über Sparkassenpräsidenten aufregen.

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Hast du jetzt Urlaub? Zunächst musste ich über diese Frage lachen, dann aber dachte ich mir: Warum eigentlich nicht? Kein Urlaub, wie man ihn normalerweise definieren würde, aber einer, der zumindest aus ein paar luxuriösen Dingen bestehen wird. Am Montag werden die Mailboxen besprochen, dass ich bis 3.1.2009 nicht oder nur im Notfall zu erreichen bin. Der Mailserver sendet Autoreplys. Klar werde ich zwischendrin arbeiten, aber eben nicht in dieser ständigen Erreichbarkeit. Ich fürchte manchmal, Mails und Handys sind die schlimmste Erfindung seit Menschengedenken. Aber nur manchmal.

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Klimawandel

Niederbayern, eineinhalb Wochen vor Weihnachten. Zehn Grad, strahlende Sonne, Wetter wie im Frühling. Ich mag´s ja. Aber komisch ist das trotzdem.

Meine Jungs haben gestern abend das dritte Spiel in Folge verloren. Zum dritten Mal im Penaltyschießen. Man sollte Penaltyschießen abschaffen. Und Eishockeyspiele, bei denen man im Publikum ohne Handschuhe und mit offener Jacke dasteht, auch. Glühwein bei dem Wetter? Ein Witz.

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