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Archive for Juni 2008

Von Norden nach Süden

Ein paar Impressionen, die den Unterschied zwischen einer Stadt im Norden und dem flachen Land im tiefen Süden dokumentieren. Man kann ja nicht immer nur über Fußball reden. In Sachen Musik empfehle ich: Headsets auf. Zu schön, um sie über Rechnerlautsprecher scheppern zu lassen.

(Anmerkung am Rande: Irgendwann lasse ich dieses Blog doch nochmal auf einem eigenen Server laufen. Die Sache, Videos über YouTube laufen zu lassen, ist eher unschön. Die Files werden von YouTube dermaßen stark und hirnlos komprimiert, dass man sich kaum mehr traut von Ästhetik von Bildern zu sprechen).

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Man muss sich vermutlich nach einem solchen Spiel ein paar Gedanken über Mentalitäten machen, über Geisteshaltungen, über das, was in einem Kopf passiert.

Reden wir erst mal über Spieler- und Trainerköpfe. Wenn Spiele im Kopf entschieden werden, dann solche wie gestern abend. Nein, Jogis Jungs haben wirklich nicht gut gespielt, ja, die Türken waren zumindest in der ersten Halbzeit klar besser. Und die Türken haben während des Turniers eine irre mentale Stärke gezeigt. Wer in nahezu jedem Spiel in den letzten fünf Minuten noch trifft, glaubt an sich. Allerdings: Wer in einem solchen Spiel zwei MInuten vor Schluss ein Tor kassiert und dann Sekunden vor Abpfiff selbst noch einmal eins macht, ist wahrscheinlich diesen einen, entscheidenden Tick stärker im Kopf. Die Freunde aus Italien oder Frankreich hätten in so einer Situation wahrscheinlich schon die Schützen fürs Elfmeterschießen nominiert. Bei uns rast der irre Lahm, der vorher so furchtbar beim zweiten Gegentor düpiert worden war, nach vorne und macht sein Tor.

Ich glaube allerdings auch, es würde einem beträchtlichen Teil in diesem unserem Lande nicht schaden, sich ein wenig von dieser mentalen Stärke abzuschauen – meine Güte, was haben die Jungs während dieses Turniers nicht an Rückschlägen erlitten. Wenn ich mich heute allerdings so umhöre, umschaue und umlese, dann habe ich den Eindruck, die Türken hätten gestern 4:0 gewonnen. Allüberall: schwaches Spiel, das muss besser werden…die ganze Leier. So, liebe Leute, wird das nie was. Jogi for President!

Nachtrag: So sehen uns die anderen:

(…) But while Germany celebrated another example of why nobody does what they do better, the sound that reverberated throughout the Fatherland was relief. (…)

(…) Last night it took something special to see off the Euro 2008 comeback kings, as Philipp Lahm made perfect amends for an evening he would otherwise have wanted to forget by scoring the goal which took Germany to a record sixth European Championship Final. 

(…) Nobody, surely, would bet against them lifting the crown for the fourth time as well, after another example of that dramatic, unsurpassed desire and will to win a match that could have been long gone. 

(…)
Any other side would have been dead.  (…)

 
(…) Lahm, though, had other ideas, playing in to Thomas Hitzlsperger, receiving the return and steering between Rustu and his near post. 

(Alle Zitate aus dem „Mirror“, London).

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D60-Foto in Großansicht.

Keine Ahnung, warum das so ist – vermutlich hängt es mit den schieren Massen zusammen, die man inzwischen mühelos produzieren kann. Jedenfalls stammt dieses Bild aus der letzten Hamburg-Serie und ganz offensichtlich gefiel es mir damals (was heißt schon damals – vor ca. 5 Wochen) nicht. Jetzt Aufräumarbeiten in den Ordnern und festgestellt, dass ich es doch mag. Evtl. sollte man zwischen Aussortieren und endgültigem Löschen eine Schonfrist von vier Wochen einziehen, man weiß ja nie.

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Meine Güte, was soll man noch sagen dazu?

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Blühte leider nur einen Sommer lang. 1992 bei der EM in Dänemark, immer eingespielt vor Verlängerungen oder Elfmeterschießen. Wunderbar absurd. Keine Ahnung, warum sich das nicht weiter durchgesetzt hat. Vermutlich haben die Briten interveniert.

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Irgendwann musste das ja mal enden mit der Intuition. Gestern abend war´s soweit und was soll man sagen? Sie hatten es nicht besser verdient, die Weltmeister, die zwar personell zugegebenermaßen etwas geschwächt waren, dennoch aber irgendwie merkwürdig fantasie- und leidenschaftslos auftraten. Ich will ja nicht die alte Phrase vom „gegen den Trainer“ aufwärmen, aber direkt für ihn haben sie auch nicht gespielt. Nein, Spanien hat mich auch nicht umgeworfen, aber zumindest war deren Weiterkommen nicht unverdient. Außerdem sind einige Frisuren der Italiener fragürdig und der Schnauzer von Luca Toni auch.

Apropos Toni: Interessant immer wieder, wie nahezu bei jedem Turnier die vorher prognostizierten Superstars einbrechen. Luca Toni, null Tore. Torero Gomez, jetzt ein Gurken-Gomez. Ronaldo schmollend daheim, van der Vaart als Coverboy mit Sylvie in irgendwelchen Boulevardblättchen, Ribéry verletzt.

Türkei, Russland, Spanien, Deutschland. Wer auf diese Besetzung der letzten Vier getippt hätte, wäre jetzt vermutlich ziemlich reich. Von den ersten Vier der WM nur noch einer dabei, die großen Zauberer aus den Niederlanden weg, die ewigen Geheimfavoriten aus Tschechien und Kroatien schon daheim, kein Wunder von Wien, kein Gastgeber, der es doch normalerweise bei solchen Turnieren immer weit schafft; sogar die Koreaner vor sechs Jahren. Komisches Turnier, irgendwie.

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Über ein paar Sachen muss ich vermutlich an dieser Stelle nicht mehr reden (zum Beispiel die männliche Intuition, die mir auch gestern den Jogi-Löw-Puls bescherte, weil ich mir sicher war, dass Holland fliegt). Aber faszinierend ist das schon – das war die holländischste aller Mannschaften seit 1974 (so stark, dass ich mich kurzeitig hinreißen ließ, sie diesmal als echten Favoriten zu sehen), aber eben auch mit der größten Hybris seitdem. Man sollte denen mal einen Effizienzkurs verpassen. Ist ja wunderbar, liebe Niederländer, wenn ihr in der Vorrunde jeden Gegner massakriert, aber ab dem Viertelfinale zählt jedes Ergebnis, jedes Tor, jede Sekunde. Kapiert das doch bitte endlich mal – kein Schönheitspreis, nur Weiterkommen.

Hybris? Weit verbreitetes Phänomen bei den Schönspielern. Da lassen die Holländer und die Portugiesen im letzten Spiel mal eben die komplette A-Mannschaft auf der Bank und lassen den Ersatz Ehrenrunden laufen, anstatt die Mannschaft sich ein wenig einspielen zu lassen. Und noch so ein Schönspieler-Phänomen: Wenn´s drauf ankommt, wenn sie eventuell sogar mal ein Tor hinten liegen, kommt der Kollaps. Wo war eigentlich gestern nach dem 0:1 so etwas wie eine Reaktion?

Letztes Wort zur Hybris: Solche Patienten nehmen immer ungern zur Kenntnis, dass die anderen auch richtig gut Fußball spielen können. Die Portugiesen hätten eigentlich seit Stuttgart gewarnt sein müssen – und den Niederländern hätte ein Blick auf die gegnerische Trainerbank reichen sollen. Nun gut, wenigstens ein Holländer im Halbfinale.

Und drüben, bei den Nachbarn, wird jetzt wieder das Gejammer über die Schlechtigkeit der Fußballwelt losgehen, noch dazu, wo die bösen Moffen noch dabei sind. Selbst schuld, Jungs. Dass die niederländische Turniergeschichte so ist wie sie ist, hat allerdings schon auch was mit euch selbst zu tun.

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