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Mit Mr. Peter Gabriel war das immer so: Er machte jedes Jahrzehnt eine neue Platte, ich habe mich wie blöd darauf gefreut und fand sie toll, ohne sie überhaupt mal gehört zu haben (im Nachhinein fand ich aber immer, dass ich recht hatte). Diesmal war das genauso, ich habe das Album natürlich blind bei iTunes vorbestellt und bemerkt, wie lange es her ist, dass Gabriels letztes Album („Up“) erschienen ist. Damals gab´s nämlich noch gar kein iTunes. Einen iPod hatte ich auch noch nicht und wenn mir jemand zu dieser Zeit gesagt hätte, dass meine beachtliche CD-Sammlung irgendwo Staub ansetzen würde, weil ich das ganze Zeug digital habe, hätte ich ihn für bescheuert erklärt. Wenn man so will, bin ich also gemeinsam mit Gabriel alt geworden. 1985, als „So“ rauskam, war der typ echt chic, sah fantastisch aus und war eine Art Idol. Heute hat er einen grauen Ziegenbart, ist natürlich immer noch ein großartiger Musiker — aber eben auch ein Mann von 60.

Als ich „Scratch my back“ zum ersten Mal gehört habe, war mein erster Gedanke: Jetzt ist er wirklich alt geworden. Ich fand die Idee, 12 Songs zu covern, alleine schon deswegen enttäuschend, weil ich nach bald 10 Jahren gerne wieder ein paar Gabriel-Songs gehört hätte. Und „Heroes“ oder „Boy in the bubble“ von Peter Gabriel, gemeinsam mit einem Orchester und sonst nix? Bizarre Idee — ich musste erst mal an „Night of the proms“ denken. Natürlich hat Gabriel kein „Night of the proms“ gemacht, stattdessen ein, naja, gewöhnungsbedürftiges Album. Immerhin habe ich mich so dran gewöhnt, dass ich es nach der erster Enttäuschungs-Phase gerne öfter auflege, sogar jetzt, an einem sonnigen, aber kalten und unheimlich stillen Sonntagvormittag. Vielleicht ist es dafür die richtige Musik: für einen kalten, stillen Sonntagvormittag, an dem man neben anderen auch darüber sinnieren kann, wo eigentlich zur Hölle die Jahr seit „So“ geblieben sind. Es sind genau 25.

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Es muss so knapp zwei Jahre her sein, als ich mir dachte: Manche Dinge ändern sich nie.  Dabei war ich mir eigentlich sicher, dass man inzwischen mit dem Zug durch OWL fahren könnte, ohne längere Zeit in Altenbeken verbringen zu müssen. Mir war auch nie klar, warum Altenbeken: Paderborn ist ein paar Meter weiter und ungefähr 100mal so groß wie Altenbeken. Aber nein, wer im im südlichen Ostwestfalen Zug fährt, muss über Altenbeken und er muss dort warten. War zumindest früher so. Als ich das letzte Mal mit dem Zug in diese Richtung fuhr (nach Bielefeld, um genau zu sein), war ich mir sicher, dass ich Altenbeken allenfalls im Vorbeifahren sehen würde. Doch weit gefehlt. 34 Minuten Wartezeit in Altenbeken. Das kann allerdings inzwischen auch seinen Charme haben, wie die FAZ wunderbar beschreibt.

Meine Lost-Manie nimmt allmählich wirklich bedenkliche Züge an. Heute habe ich eine Platte gekauft, nur weil ein Titel namens „Watz for Kate Austen“ drauf ist. Gottseidank ist die Platte wirklich gut. Ach, Sie wissen nicht…? Ok, das hier ist Kate Austen:

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Was anderes: Der Notar ist jetzt der Neunte. Mit dem gleichen Auto, gleiche Baureihe, gleiche Farbe, gleicher Aufbau des Kennzeichens (mit eigenen Initialen in der Mitte). Alle fahren jetzt also SUV´s, was den Rückschluss zulässt, dass es den Herstellern ziemlich mies gehen muss und dass es mit der Inidividualität des Menschen dann vielleicht doch nicht so weit her ist.

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Das Schlimme an „Twitter“ ist ja, dass es ziemlich blogfeindlich ist. Wo ich früher mal zwei Sätze hier abgleassen hätte, mache ich jetzt einen 140-Zeichen-Tweet und gut ist. Muss mir was für dieses Blog einfallen lassen, fürchte ich. So wie es jetzt ist, ist es für mich und die viereinhalb verblieben Leser eher unbefriedigend.

Rechtsanwalt muss jedenfalls ein ziemlich lukrativer Beruf sein:

Wenn ich schon mal wieder für Tage in dem für diesen Blog namensgebenden München (Mitte) bin, dann ist eine Überlegung wert, sich genau darüber mal wieder ein paar Gedanken zu machen. Vielleicht allerdings ist Anfang Februar nicht gerade die beste Zeit dazu, weil nicht mal München Mitte sonderlich schön ist, wenn es draußen stürmt, regnet, schneit (oder alles gleichzeitig). Trotzdem hat München einen nach wie vor unvergleichlichen Charme, auch wenn ich diesmal bei meinen morgendlichen Joggingrunden an der Isar aufs Filmen oder Fotografieren verzichtet habe. So schön ist das momentan wirklich nicht.

Münchens halbseidene Bussi-Gesellschaft ist mir inzwischen, fast vier Jahre nach dem endgültigen Wegzug aus München, ziemlich egal. Das war nicht immer so. Nicht, dass ich die Bussigeber jemals sonderlich sympathisch fand. Nur dachte ich damals, man komme nicht an ihnen vorbei. Heute weiß ich, dass man ganz prima an ihnen vorbei kommt und wenn ich ab und an wirklich mal an diesem gesichtslosen Monstrum auf der grauen Wiese vorbeikomme, tun mir die Insassen eher leid. Nach alledem, was die in den letzten Jahren mitmachen mussten, schicke ich jeden Tag ein Stoßgebet sonstwohin, dass mir das alles erspart geblieben ist. So wie es jetzt ist, ist es gut — ich genieße meine Unabhängigkeit und wenn mir partiell irgendwelche Zweifel kommen, denke ich an die armen Eingesperrten in den Kostenstellenkäfigen.

Kurzes Musik-Update: Hot Chip grandios, The Eeels wunderbar melancholisch, John Coltrane ziemlich am Rand des Wahnsinns, The Album Leaf zeitlos gut wie immer. Nur: Wann das alles hören?

Vermutlich die einzige Band mit Konsenscharakter ab Abitur aufwärts — und möglicherweise die einzige auch, die von Jahr zu Jahr besser wird: „Schall und Wahn“ von Tocotronic ist jedenfalls so ziemlich das Beste, was ich seit langem gehört habe. „Macht es nicht selbst“ (siehe Video) ist im Dauer-Wiederholungsmodus, ich kann mich kaum satt hören daran. Hey, man kann was wahnsinnig Intelligentes machen und trotzdem richtig rocken. Großartig.

Weiter auf dem Plattenteller (ähm, auf dem virtuellen): „Vexations“ (Get well soon), „End Times“ (Eels), beides wunderbare Musik für den Winter und für grautrübe Sonntage.

Demnächst auf dem Plattenteller (kein Witz): Peter Gabriel, der nach gerade mal sieben Jahren schon wieder ein neues Studioalbum veröffentlicht. Bei iTunes schon vorbestellt. Erscheint angeblich Anfang Februar. Nimmt man die bisherige Historie von Gabriel-Alben und deren Verschiebungen zum Maßstab, könnte das ggf. schon 2011 was werden.

Vienna

Vielleicht ist ja meine Österreich-Macke noch viel größer, als ich das selber dachte. Ich hatte zwei Kameras und viel guten Willen im Gepäck, als es jetzt zwei Tage nach Wien ging. Dabei hätte ich mir mit Blick auf den Terminkalender denken können, dass es für nicht allzu viel reichen würde. Trotzdem war ich wie immer ziemlich angetan von der Stadt und von Österreich, eine (wie mir ein alter Wiener gestern so treffend schön sagte) „wunderbare Mischung aus deutscher Gründlichkeit und dem Orient“. Deutsche kennt man dort übrigens natürlich sofort raus, keineswegs nur wegen des Dialekts. Wenn einer etwas unentspannt des Wegs kommt, ist er mit ziemlicher Sicherheit einer von uns.

Achja, Fotos. Nur das eine hier. Ich sollte wirklich aufhören, auf Bahnhöfen zu fotografieren.