Diese Woche in einer Ausgabe der SZ drei Schlagzeilen untereinander gelesen, die dort eher zufällig in dieser Reihenfolge dort standen und erst einmal nichts miteinander zu tun hatten:
Razzia bei der BayernLB (Dem früheren Vorstand der Bank wird u.a. Unterschlagung bzw. Untreue vorgeworfen. Die Bank musste letztes Jahr mit insgesamt 10 Milliarden Steuergeldern vor der Pleite bewahrt werden.)
Amerikanische Banken zahlen ihren Mitarbeitern in diesem Jahr so hohe Boni wie noch nie (140 Milliarden).
Auf der Welt hungern 1 Milliarde Menschen (so viele wie seit 1970 nicht mehr).
Und ich dachte mir, dass es schon möglich ist, dass Banken systemrelevant sind und dass man sie deswegen retten muss, aber dass sie eben auch nur für dieses eine System relevant sind. Vielleicht muss man das System ändern und nicht die Banken, den Finanzmarkt. Man wird die Gier, die Dummheit, das maßlose Ego dieser Branche(n) nicht mit erhobenem Zeigefinger, mit ein paar Ermahnungen, ein paar neuen Regularien in den Griff bekommen. Sie zocken schon wieder, sie feiern Partys und sich selbst — und letztlich hilft nur der radikale Schritt: Schafft das System ab. Wenn wir es nicht selbst abschaffen, wird es von anderen abgeschafft werden. Es wird auf Dauer nicht funktionieren, weil es auf Dauer nicht funktionieren kann: Hier zockende, dekadente Banker, da eine Milliarde Hungernder.
Amüsanterweise ist übrigens gerade ausgerechnet Westerwelles FDP dabei, auf Pump finanzierte Steuersenkungen durchzudrücken, damit man wenigstens ein paar von den hübschen Wahlversprechen durchziehen kann, die man gemacht hatte. Wie man überhaupt die laufenden Koalitionsverhandlungen als Bankrotterklärung der angekündigten Kehrtwende werten darf: Man hebt also irgendwelche Hartz4-Sätze an und verlängert Laufzeiten von Kernkraftwerken, sehr viel mehr weiß man noch nicht. Nach fast zwei Wochen Verhandlungen.











